Leider geil


from 2013/12/14 until 2014/01/04

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Leider geil

Cristina Moreno Garcia, Swen Daemen, Anke Deichmann, Lilli Kuschel und Lola Göller, Ute Lindner, Winfried Mateyka, Rebecca Michaelis, Corinne Rusch, Peter Scior, Aylin Serbay, Elisabeth Sonneck, Jole Wilcke

Eröffnung am 13.12.2013, 19 Uhr
Ausstellung vom 14.12.2013 – 04.01.2014

 Mi – Fr 15 – 19 Uhr
 Sa 12 – 16 Uhr

Leider geil

Die Weihnachtszeit ist die Zeit der Gemütlichkeit und großen Harmonie. Nicht so bei Scotty Enterprises. Scotty Enterprises lädt 13 Kollegen ein, die abscheulichsten, hässlichsten, erfolgreichsten, arrogantesten und snobistischsten Künstler, die sie kennen. Nur ihre Kunst ist leider geil.
Mit einem zwinkernden Auge thematisiert die Ausstellung den liebsten Feind, aber auch die Idee des Künstlers und seiner Rolle in der Gesellschaft. „Du, der du deine Feinde liebst!“ preist eine Gottheit im hinduistischen Nationalepos den Gott Rama. „Mein liebster Feind“ ist auch der Titel des 1999 entstandenen Filmes von Werner Herzog über seine von Machtkämpfen und Eitelkeit überschattete Freundschaft mit Klaus Kinski. „Kinski hat etwas verkörpert, das tief in mir steckt“.
Feinde entstehen oder hat man aus unterschiedlichsten Gründen: alte Geschichten, Konkurrenz, „das Kunstwerk passt wirklich besser zu meiner Arbeit!“, schlechtes Benehmen, schlechtes Aussehen… 
Finden wir tatsächlich etwas von uns in unserem/n „Feind/en“? Sigmund Freud allerdings kritisiert die Gebote der Nächsten- und Feindesliebe in seinem Essay „Das Unbehagen in der Kultur“ als identischen, übersteigerten, unrealistischen Altruismus. Feindesliebe entwerte die Liebe zu Freunden. Sie verleugne die Realität des Agressionstriebes. Da stellt sich die Frage, wer ist Feind, wer ist Freund. Ist ein Feind vielleicht immer ein versteckter Freund. „Die Allgewalt der Liebe zeigt sich vielleicht nirgends stärker als in ihren Verirrungen.“ Klaus Teweleit sieht die Liebesbeziehung als Strategie. Ist Freund und der Feind immer eine Strategie? Man befreundet sich auf der Leiter nach oben? 

Werner Herzog in einem Spiegel-Gespräch: „Ach wissen Sie, es ist ja nicht alles todernst. Gut, es gab ein paar beinahe tödliche Szenen zwischen uns. Aber das Eigentliche war ein tiefer Respekt.“ 
Und dazu muss natürlich nichts Realität sein. Schöne ge-/erfundene Geschichten taugen ebenso!

 Eingeladene KünstlerInnen:
Cristina Moreno Garcia: www.cristinamorenogarcia.es
Swen Daemen: www.swendaemen.org
Anke Deichmann: www.ankedeichmann.de
Lilli Kuschel und Lola Göller: www.lolagoeller.dewww.lillikuschel.de
Ute Lindner: www.ute-lindner.de
Winfried Mateyka: www.mateyka.org
Rebecca Michaelis: www.rebeccamichaelis.de
Corinne Rusch: www.corinnerusch.com
Peter Scior
Aylin Serbay
Elisabeth Sonneck: www.elisabeth-sonneck.de
Jole Wilcke: www.un-wetter.net